Der Sinn meines Blogs

Ich habe diesen Blog erstellt im Zusammenhang meiner Ausbildung auf der Universität in Luxemburg im Bereich der Lehrerausbildung. Hierfür dient mein Blog mir hauptsächlich für die Vorlesung "Ästhetische Rezeption und Produktion" von Frau Sara Burkhardt, die sich vor allem mit Kunst und deren Präsenz im Alltag beschäftigt.

Freitag, 11. Februar 2011

Wie klingt helle Wäsche bei 60° C? Oder ein Pausenhof zur Mittagszeit? – Und warum Projekte?

Im Text „Wie klingt helle Wäsche bei 60°C? Oder ein Pausenhof zur Mittagszeit?“ habe ich erfahren, dass es um ein Projekt geht, das in einer Schule durchgeführt wurde. Die Idee stammt von Die Stimme des Hörers und wurde für das Schulprojekt Die Stimme der Stadt benannt. Es geht im Projekt darum, Geräusche von unterschiedlichen Orten einer Stadt aufzunehmen und diese miteinander zu verbinden, als würde man von einem Ort der Stadt an den nächsten Zappen, sieht jedoch keine Bilder, sondern hört nur die Geräusche.
Die Frage, die sich mir beim Durchlesen stellte ist, warum ein solches Projekt? Es geht darum, den Schülern zu zeigen, dass wir im Alltag von Bildern überflutet werden und wir uns fast ausschließlich auf den Sinn des Sehens verlassen. Dabei wird der Sinn des Hörens meist vernachlässigt. Oft nur unbewusst nehmen wir die Geräusche in unserer Gegenwart auf. In diesem Projekt geht es darum, diese Geräusche separat abzuspielen und den Schülern so bewusst zu machen, welche Bedeutung dem Hören zukommt, aber auch zu erkennen, dass es sich um komplexe Zusammenhänge von Medien, Symbolen, Zeichen und der Alltagswelt gibt.
Doch warum gibt es solche Projekte für Schüler überhaupt? Ich werde dieser Frage nun nachgehen, da ich der Meinung bin, dass sie wichtig ist für mich persönlich als angehende Lehrkraft. Projekte sind dazu da, den Schülern die Möglichkeit zu bieten, durch Kunst ihre Ideen und Gedanken mitzuteilen. Sie nützen besonders jenen, die ihre Umwelt durch Mitbestimmung verändern wollen. „JEDER MENSCH IST EIN KÜNSTLER“. Dies bedeutet, dass jeder am Prozess der Veränderung und der Mitgestaltung teilnehmen kann, insofern er willig ist.  Projekte geben den Schülern aber auch die Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln, was es bedeutet, Teil eines Teams zu sein. Es werden also auch soziale Kompetenzen gefördert.
Letztendlich müssen aber auch die Dimensionen beachtet werden, die bei der Organisation eines Projektes auftreten. Es ist meist ein langwieriger Prozess von der Planung zur Gestaltung bis hin zur Realisation. Es gibt zahlreiche Schritte, von denen ein Projekt abhängt, dennoch denke ich, dass man den Kindern die Möglichkeit bieten soll, sich ausdrücken zu können. Denn nur so kann man ihnen die Möglichkeit bieten, Aufmerksamkeit zu erhalten und etwas verändern zu wollen.

Kindliches Lernen in Bezug auf die Kunst

Kinder leben in ihrer Eigenwelt. Zwar benutzen sie den gleichen Wortschatz wie die Erwachsenen, haben jedoch eine ganz andere Vorstellung von Wörtern und deren Bedeutung, eine andere Wahrnehmung von Objekten. Sie messen anderen Dingen Aufmerksamkeit bei, wie wir Erwachsenen dies tun. Dinge haben für sie einen anderen Inhalt. Und eben dies muss unbedingt beachtet werden, wenn man als Lehrperson den Lernprozess der Kinder nicht stören will.
WELT STELLT SICH FÜR KINDER ANDERS DAR.
Lehrkräfte müssen jedoch nicht nur diese Tatsache beachten, sondern sind auch dafür zuständig, Lernsituationen zu schaffen, in denen die Kinder sich neues Wissen aneignen können.
Da mein Blog sich mit der Produktion und Rezeption befasst, werde ich hier nicht näher auf den Lernprozess eingehen, sondern werde beschreiben, welche Wichtigkeit dem Kunstunterricht in der kindlichen Entwicklung zukommt. Denn Kinder können  nicht verstehen, dass wir eine andere Sichtweise von Dingen haben, also ist es an uns, sich der kindlichen Wahrnehmung anzupassen. Wenn Kinder also ein Bild malen von dem, was sie sehen, erscheint dies für uns meist sehr weit hergeholt, welche Erklärung die Kinder bezüglich ihrer Motivation haben. Ein wichtiger Begriff ist hier die PHANTASIE. Denn Kinder können sich sehr gut in andere Situationen hineinversetzen, haben eine blühende Phantasie und haben ihre ganz eigene Ausdrucksweise. Doch Kinder untereiander verstehen, was gemeint ist, denn sie besitzen ein kodifiziertes Wissen, das sie nur mit Gleichaltrigen teilen und das für sie wichtigster Bestandteil ihrer subjektiven Wirklichkeit ist.
Kunst ist eine Ausdrucksform der Wahrnehmung, ebenso wie die Interaktion eine ist. Kinder sollen diese Möglichkeit entdecken. Dabei durchlaufen sie verschiedene Stadien, je nach kognitiver Entwicklung, ehe sie die gleichen Darstellungen machen, wie wir Erwachsenen dies tun.

Tony Wagner und seine 7 Kernkompetenzen

Tony Wagner
In der vierten Vorlesung wurde Tony Wagner angesprochen. Er spricht von Kernkompetenzen, die Kinder durch die schulische Bildung erlangen sollen. Da im luxemburgischen Schulsystem zu Schulbeginn des vorigen Jahres ein neues System eingeleitet wurde, das nicht mehr durch Punktevergabe bewertet wird, sondern ein System erstellt wurde, das sich mit Kompetenzen befasst, möchte ich mich näher mit den Ideen von Wagner auseinandersetzen, um anschließend Schnittpunkte beziehungsweise Ungleichheiten zum Lehrplan der luxemburgischen Grundschule herzustellen.
Zunächst werde ich die 7 Kernkompetenzen vorstellen. Anschließend werde ich kurz erläutern, was sie beinhalten, wie sie sich in der Gesellschaft positionieren und inwiefern sie sich auf die Kunst beziehen. Letztendlich werde ich den Vergleich zum Luxemburger System herstellen.
o   Kritisches Denken und Problemlösen: es geht darum, dass die Kinder wirksam handeln und hierbei unterschiedliche Methoden der Schlussfolgerung kennenlernen und diese angepasst zu nutzen. Es geht aber auch darum, systematisch zu denken, um so neue „outcomes“ in komplexeren Systemen zu konstruieren. Des Weiteren geht es um die Fähigkeit, Beurteilungen und Entscheidungen zu machen. Hierbei geht es darum, dass nicht nur alle Argumente beachtet werden, sondern sie auch abgewägt werden, um so auch die Perspektiven anderer in Betracht ziehen zu können. Man muss jedoch stets kritisch bleiben, um so Lernerfahrungen und -prozessse beurteilen und einschätzen zu können.
Letztendlich geht es um das Lösen von Problemen in Anbetracht darauf, dass Probleme, die auftreten durch konventionale und innovative Möglichkeiten gelöst werden. Fragestellungen sind jedoch auch wichtig, da nur so andere Positionen eingeschätzt werden können und bessere Lösungsvorschläge bieten.

In Bezug auf die Kunst ist diese Kompetenz durchaus wichtig, da meiner Meinung nach jeder seine persönliche Meinung und Eindruck erstellen soll und nicht eine festgelegte Allgemeinheit aufnehmen soll, ohne diese kritisch zu hinterfragen. Hier kann ich ganz klar die Parallele zu Darko Maver herstellen, bei dem die Menschen zu handeln. Niemand hat diese Tatsache kritisch hinterfragt.

Im Lehrplan der Luxemburger Grundschule ist zu lesen, dass es im Bereich „parler d’art et de ses propres travaux“ draum geht „justifier des opinions ou évaluations relatives à des oeuvres“, also das Begründen von Meinungen und Bewertungen von Kunstwerken. Ich ziehe hieraus, dass es darum geht, Argumente für oder gegen eine Begründung durchaus kritisch sind. Die Kinder müssen Dinge hinterfragen, sie annehmen, widerwerfen und neu definieren. Dieser Prozess findet nicht nur in dem Mathematik- oder Sprachunterricht statt, sondern auch im Kunstunterricht, wenn es um das Bewerten von Ideen und Projekten geht.
o   Zusammenarbeit zwischen Netzwerken und Führung durch Einfluss:
Hierbei geht es zum einen um das Zusammenarbeiten in der Gruppe, zum anderen aber auch um die Führung einer Gruppe. Es sind also die Fähigkeit der Einordnung und des Übergeordnet seins und des Übernehmens von Verantwortung.

In Bezug auf den Kunstunterricht spielt hauptsächlich das Arbeiten in der Gruppe eine Rolle. Wenn es darum geht, Projekte zu erstellen, arbeiten Kinder sehr oft in der Gruppe, um ihnen so die Möglichkeit zu bieten, unterschiedliche Ideen miteinander zu vereinen. Dies betrifft jedoch auch eher die Förderung der sozialen Kompetenzen, weshalb ich kein Beispiel im Lehrplan vorgefunden habe. Dennoch ist es eine hervorragende Möglichkeit der Kunstunterrichtsgestaltung.
o   Agilität und Adaptationsfähigkeit:
Diese Fähigkeit bedeutet, dass die Schüler sich an Veränderungen anpassen müssen und ebenso flexibel sein müssen, um wirksame Resultate zu erhalten. Es zählt jedoch auch die Fähigkeit, Kritik aufzunehmen und diese anzuwenden, aber auch flexibel zu sein.
Dieser Aspekt ist nicht präzise im Kunstunterricht wiederzufinden, sondern dies betrifft eine Kompetenz, die interdisziplinär und fachübergreifend stattfinden muss. Aufgrund dessen kann ich hier auch keine Bereiche im Lehrplan angeben.
o   Initiative und Unternehmerschaft: Unter diesem Kompetenzbereich versteht Wagner die Fähigkeit, Ziele und Zeit zu beherrschen, und sie in einem gesunden Gleichgewicht zu halten. Es zählt aber auch das unabhängige Arbeiten und die Fähigkeit, neue Informationen aufgrund von vergangenen zu konstruieren.

In Bezug auf die Kunst fällt mir nur der Aspekt der Unabhängigkeit auf. Jedes Kind soll beim eigenständigen Arbeiten seine individuellen Ideen und Kreativität in das Werk einfließen lassen, ohne von anderen Schülern oder Umständen beeinflusst zu werden. Denn nur so kann gewährleistet werden, dass ein Kind all seine Fähigkeiten ausschöpfen kann.  

Zu diesem Aspekt habe ich im Curriculum der Luxemburger Grundschule folgender Deskriptor gefunden: „réaliser ses propres visions de conceptions“, also das Herstellen der eigenen Wahrnehmungen. Dieser Bereich entstammt dem ersten Zyklus, also den Kindern im Alter von 5 bis 6 Jahren. Die Kinder sollen das jeweilige darstellen, was sie wahrnehmen, ohne sich von Meinungen von Erwachsenen und anderen Kinder beeinflussen zu lassen. Die Kinder müssen diesen Prozess eigenständig durchleben.
Diese Bilder sehen für den Erwachsenen oft unrealistisch aus, dennoch ist es wichtig, dass die Kinder diese wichtige Etappe durchlaufen, die später das Lesen von Bildern ermöglichen wird, denn nur durch Produktion kann man auch wahrnehmen.
o   Effiziente mündliche und geschriebene Kommunikation:
Es geht hier einerseits um das Schreiben und Lesen. Dies sind nach wie vor die wichtigsten Lehrziele in den Schulen. Andererseits geht es aber auch um die Interaktion mit anderen. Der Lernprozess wird durch  die Interaktion gefördert.

Ich bin der Meinung, dass es im Kunstunterricht jedoch nicht nur um die verbale Kommunikation unter dem Schülern geht, sondern auch um das, was die Produktionen der Künstler und der Schüler aussagen möchten. Denn jedes Werk hat meiner Ansicht nach eine Mitteilung.

Der Bereich der Kommunikation im Kunstunterricht wird ebenfalls angeschnitten im Luxemburger Lehrplan: „Parler d’art et de ses propres travaux“. Es geht um „contempler en groupe et décrire ses impressions visuelles“, also um das Behandeln von Produktionen in der Gruppe und das Beschreiben der visuellen Eindrücke; das Erklären der Mitteilung, die man machen möchte.
o   Zugang und Analyse von Informationen: dieser Kompetenzbereich umfasst den Bereich, wie die Kinder sich eine Herangehensweise aneignen, wie sie Informationen erhalten. Sie wissen, wo sie welche Informationen finden können, und wissen, wie sie diese handhaben sollen. Beispiel ist das Nachschlagen eines unbekannten Wortes. Die Kinder wissen, wie sie in einem Wörterbuch, sei es virtuell oder nicht, nachschlagen und welchen Wert sie der Erklärung beimessen sollen.

In Bezug auf die Kunst bedeutet dies, dass die Kinder die Fähigkeit besitzen, wie sie Informationen erhalten, aber vor allem, wie sie Informationen aus dem Bildmaterial und ihren Wahrnehmungen herausziehen. Das Lesen von Bildern ist in diesem Bereich also auch einbegriffen. Ich habe jedoch keinen spezifischen Kompetenzbereich diesbezüglich im Lehrplan gefunden.
o   Neugier und Vorstellungskraft: Hiermit ist gemeint, dass die Kinder Interesse an Phänomenen haben sollen, um so aktiv den Lernprozess ermöglichen zu können. Denn Kinder können nur lernen, wenn sie Interesse an etwas haben. Erreicht man die Kinder nicht, so können sie auch nichts hinzulernen. Es ist also wichtig, dass man als Lehrer auf alle Kinder eingeht. Gerade im Kunstunterricht denke ich, dass dies sehr gut realisierbar ist. Jedem Kind soll die Möglichkeit geboten werden, selbst zu entdecken und dieses neue erfahrene Wissen umzusetzen in einerseits die Vorstellungskraft, andererseits aber auch in ein Produkt, um das Wissen zu verfestigen. Nur durch Neugier ist der Lernprozess überhaupt möglich.

Dies sieht das Luxemburger Schulministerium ebenso. Die Kinder sollen laut dem Bereich „acquérir des bases techniques“ unter anderem „expérimenter avec des mélanges de couleurs“, „expérimenter différentes techniques de dessin et de peinture avec différents outils “oder auch  noch „expérimenter des techniques de collage et de découpage“. Dies zeugt, dass Kinder die unterschiedlichen Darstellungsmöglichkeiten von Kunst kennenlernen, entdecken, anwenden und erlernen. Dieser Lernprozess ist jedoch immer begleitet von Neugierde
Diese 7 Kernkompetenzen bauen hauptsächlich auf die Bedürfnisse unserer heutigen Wissensgesellschaft auf. Es geht darum, kompetente, aktive und fähige Nachfolger zu „produzieren“, um so den Wirtschaftswachstum zu fördern. In diesen Kernkompetenzen, die den PISA-Studien durchaus entsprechen, werden Aspekte wie KREATIVITÄT und KULTUR jedoch absolut vernachlässigt. Es werden nur wenig soziale Kompetenzen in Betracht gezogen, die weitgehendest keinen Bezug zur Kultur herstellen. Ich denk, dass es jedoch wichtig ist, dass Kinder ihre kulturellen Hintergründe kennenlernen. Dies sieht das Luxemburger Schulministerium ebenso und schreibt im Lehrplan „Faire la connaissance d’oeuvres d’art en provenance d’autres cultures“. Die Kinder sollen fremde Kulturen kennenlernen, um so zu lernen, dass nicht alle Menschen die gleichen Mentalitäten haben, jedoch ALLE MENSCHEN GLEICH SIND. Es werden also auch soziale Kompetenzen gefördert durch den Kunstunterricht.
Letzendlich bin ich auch der Meinung, dass wir uns von der Idee der LEISTUNGSERBRINGUNG VERABSCHIEDEN müssen. Denn es geht nicht nur um die Leistungen, die Tony Wagner beschreibt, sondern auch um die sozialen Fähigkeiten, die dei Kinder haben. Ich bin der Meinung, dass der Leistungsdruck in der Grundschule nicht bestehen darf. denn so können Kinder sich nicht gesund entwickeln, was unerlässlich für die späteren Fähigkeiten sind.
Des Weiteren bietet Kunst die ideale Möglichkeit, die INTERAKTION der Kinder zu fördern. Sie können über ihre eigenen Produktionen sprechen, aber auch über das, was sie wahrnehmen. Sie werden sich ein gewisses Fachjargon aneignen, das diese Interaktion verstärken wird.
Quellen:
1)      Vorlesung
2)      Plan d’études de l’école fondamentale luxembourgeois, Édition 2010
4)      http://www.google.lu/imgres?imgurl=http://www.cartoonstock.com/newscartoons/cartoonists/cga/lowres/cgan214l.jpg&imgrefurl=http://mskranzusch.edublogs.org/&usg=__OFDNikTdieqtLas_QXlax8Tif_s=&h=400&w=359&sz=32&hl=de&start=0&zoom=1&tbnid=b3oGThN07seVhM:&tbnh=141&tbnw=127&ei=wg9VTYKnHNDrOZCW8OUE&prev=/images%3Fq%3Dtony%2Bwagner%26um%3D1%26hl%3Dde%26sa%3DN%26biw%3D1345%26bih%3D583%26tbs%3Disch:1&um=1&itbs=1&iact=rc&dur=140&oei=wg9VTYKnHNDrOZCW8OUE&page=1&ndsp=20&ved=1t:429,r:12,s:0&tx=50&ty=68

Donnerstag, 10. Februar 2011

„Everything is deeply interwingled“ (Ted Nelson)

Dieses Zitat stammt von einem amerikanischer Soziologen, Ted Nelson.  Da wir es in der Vorlesung angesprochen haben, möchte ich mich kurz damit beschäftigen. Es geht um die Interdisziplinarität aller Bereiche. Der Mensch wird nicht länger als Subjekt angesehen, sondern es geht lediglich um das Wissen. Es gibt keine lineare Herangehensweisen mehr; Hierarchisierungen sind nicht mehr möglich. Selbst wenn das Individuum der Meinung ist, es könne Objekte, Eindrücke und Dinge einordnen, so wird ihm das nicht gelingen. Alle Bereiche sind miteinander verbunden. Und dies ist zumal im Netz der Fall. Es gibt nichts, was nicht in irgendwelcher Weise mit anderen Geschehnissen in Verbindung steht.
Deutlich wird das, wenn man in Suchmaschinen Begriffe eingibt. Der jeweilige Begriff wird in zahlreichen Kontexten gesucht und herausgefiltert. Schnell wird man fündig, bekommt jedoch auch zahlreiche Vernetzungen und Verlinkungen zu anderen Begriffen und Geschehnissen. Alles ist miteinander verbunden und vernetzt. Ich denke dass dieses Bild eine gute symbolische Abbildung der "Interwinglarity" darstellt.
Quellen
1)      Vorlesung
5)      http://www.google.lu/imgres?imgurl=http://traction.tractionsoftware.com/db/attachments/blog/1424/1/Intertwingled.jpg%3Fuser-agent%3Drss&imgrefurl=http://blog.contentmanagementconnection.com/Home/27065&usg=__Z9efe9ohkaRIYhwOfRB7d8WIklc=&h=282&w=425&sz=240&hl=de&start=23&zoom=1&tbnid=yIWxNx2LXL85hM:&tbnh=100&tbnw=150&ei=WAVUTZjCDcGgOumh4Z8J&prev=/images%3Fq%3Deverything%2Bis%2Bdeeply%2Bintertwingled%26um%3D1%26hl%3Dde%26sa%3DN%26biw%3D1308%26bih%3D560%26tbs%3Disch:10%2C392&um=1&itbs=1&iact=hc&vpx=196&vpy=298&dur=170&hovh=183&hovw=276&tx=137&ty=101&oei=KQVUTazQJ4TpOdfG1O0I&esq=2&page=2&ndsp=24&ved=1t:429,r:9,s:23&biw=1308&bih=560

Manfred Faßler- Entwurfsvermögen und der „transmediale Sourcecode“

Beim Durchlesen der Notizen zur Vorlesung bin ich auf Manfred Faßler aufmerksam geworden. Er ist mehrmals während den Seminaren zitiert worden, weshalb ich seine Ideen und Gedanken als wichtig genug empfinde, einen Eintrag in meinem Blog diesbezüglich zu veröffentlichen.
Der Professor Manfred Faßler beschäftigt sich mit der Medienevolution und den medienintegrierten Wissenskulturen. Ihm zufolge ist der Mensch nicht mehr beschränkt, was die natürlich erfahrbare Welt betrifft, sondern er ist von einer Bilderflut umgeben. Anhand dieser Bilderflut entsteht eine Oberfläche, die aufgrund von Bildbearbeitungsprogrammen entsprungen ist. Die heutige Visualität sowie das Wissen über die Manipulierbarkeit der Bilder vereinen sich zu dem sogenannten „transmedialen Sourcecode“. Damit ist das Bild nicht mehr Abbild, sondern kann durchaus durch Phantasie entstanden sein. Deshalb hält Faßler auch an der Idee fest, dass es von äußerster Wichtigkeit ist, das Bild respektive die Kunst nicht ohne die Außenwelt zu betrachten. Kunst muss immer in einen Kontext gesetzt werden. Kunst oder Bild ist nicht bloß ein Objekt, das man wahrnimmt, sondern ist als „visuell erweiterten Text zu verstehen“. Es geht darum, das Denken nicht sprachanhängig zu machen, sondern Sprache muss stetig in Kontakt mit dem visuellen Aspekt treten. Es geht Faßler hauptsächlich um ein Entwurfsvermögen, das das Kind erlangen soll.

Quellen
1)      Vorlesung
3)      http://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_Fa%C3%9Fler

Donnerstag, 3. Februar 2011

Wie stehen Wahrheit und Betrug zueinander? - Darko Maver

Darko Maver, der als künstlericher Schwindel enstand
Im Seminar haben wir die Arbeit von Eva und Franco Mattes bearbeitet. Es geht darum, dass diese eine Geschichte zu einem serbischen Künstler geschrieben haben, schockierende Fotographien über den Krieg in Jugoslawien erstellt haben und diese im Internet veröffentlicht haben. Darko Maver wurde verurteilt, seine Werke erschienen jedoch in ganz Europa. Der angebliche Künstler wurde festgenommen. Erst einige Jahre später gab es eine Bekanntmachung: das Leben des Darko Maver war erfunden, seine Werke waren Zusammenstellungen, die Eva und Franco Mattes im Internet gefunden hatten und derart inszeniert hatten, dass es echt schien.
Doch was wollten die Künstler mit ihrem fiktiven Künstler darstellen? Respektive was zeigte uns dies? Ganz klar geht es um ethische Fragen, die aufgeworfen wurden. Was darf man zeigen? Was darf man zu welchen Zwecken nutzen, ohne die Objekte zu entfremden? Darf man solche Situationen erfinden? Wieso ist so etwas überhaupt möglich? Welche Schuld trägt das Medium? Eine Antwort auf all jene Fragen zu finden ist schwierig. Offensichtlich ist jedoch, dass dem Menschen durch das neue Medium „Internet“ keine Kritikfähigkeit mehr besitzt. Er sieht etwas und zweifelt keine Sekunde an dem, was das Netz im darbietet. Wir werden beständig unbewusst manipuliert. Durch die Vielzahl an Möglichkeiten ist es uns unmöglich, alles zu belegen und zu kontrollieren, dennoch finde ich es faszinierend, wie das Künstlerpaar Mattes es geschafft hat, einen ganzen Kontinent hinters Licht zu führen. Dies bedeutet nicht, dass ich es richtig finde, auf welche Weise sie dies getan haben. Aber zumindest haben sie es geschafft, dass den Brutalitäten jenes Krieges Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Dennoch haben sie die ethischen Aspekte verletzt. Ich bin der  Meinung, dass es ethisch nicht korrekt ist, die Geschichte einer Person zu erfinden, die solche Bilder erstellt.
Dennoch bietet das Internet die Möglichkeit. Es gibt nicht ausreichend Schutz. Wir bemühen uns nicht mehr eine Information, die wir erhalten, zu recherchieren. Wir nehmen sie auf und verbreiten sie weiter. Ich denke, dass dies heute durch Facebook, Twitter und so weiter noch einfacherer und schneller geht, als dies im Jahre 1998 der Fall war, als Darko Maver „erstellt“ wurde.
Quellen:
1) Vorlesung
2)http://0100101110101101.org/home/mygeneration/
3)http://www.0100101110101101.org/home/darko_maver/intro.html

Mittwoch, 2. Februar 2011

Die Entstehung von Kunst im Netz- Christophe Bruno

Durch das Aufkommen des Webs 2.0 wird jedem Nutzer des Netzes die Möglichkeit geboten, nicht nur als Konsument zu agieren, sondern auch als Produzent.  Hierdurch hat jeder Zugang zu Informationen, die beliebig für eigene Zwecke verwendet werden können. So entsteht neue Kunst in dem „erweiterten Raum“ des Netzwerk Internet. Das Netz ist ein riesiger Raum, in dem alles archiviert wird und beliebig wieder abgerufen werden kann. Dies trägt zur Konsequenz, dass es keine originale mehr gibt, wie dies noch vor der Entwicklung der technologischen Medien der Fall war. Die Wichtigkeit des Betrachters hat sich jedoch nicht verändert, denn er bleibt weiterhin imminent wichtig.
Ich möchte mich nun mit einigen Künstlern befassen, die Kunst im Netz herstellen. Einige haben wir bereits im Seminar behandelt, ich habe jedoch weiterführende Recherchen gemacht und bin so auf neue Produktionen der Künstler gestoßen. Diese möchte ich nun vorstellen.

Christophe Bruno, ist ein Französischer Künstler, der sich mit Kunst im Netz beschäftigt. Ich werde mich nun mit seinen „Hallucination“ beschäftigen. Hierbei beschäftigt er sich mit der Frage der Privatisierung der im Hinblick auf kollektive Halluzinationen. Er hat eine Software entwickelt, mit der er Bilder, die im Netz sind mit kommerziellen Logos in Verbindung setzt. Er hat hier viele unterschiedliche Vergleiche aufgestellt; das Markanteste aber ist der Vergleich eines weltweit bekannten Schnellimbiss-Konzerns, der mit einer Afrikanischen Maske verglichen wird. Er will hiermit meiner Meinung nach darauf aufmerksam machen, wie die Werbung unsere Wahrnehmung unbewusst prägt. Wir sind ständig in Kontakt mit Werbung, meist merken wir es jedoch nicht, da diese zum Teil sehr raffiniert gemacht sind, und uns permanent implizit manipulieren. Neben diesem Beispiel hat Christophe Bruno noch zahlreiche andere Vergleiche hergestellt, wie eine zerbrochen Scheibe mit dem Logo von Apple, „Highway vs. Maltese cross“, „Snake vs. Bank of America“ und „Da Vinci vs. Carrefour“.

Neben diesem Werk ist jedoch auch “The Dadameter” von demselben Künstler wichtig, da er hiermit die Verbindung von Kunst, Naturwissenschaften und den globalen Finanzen darstellt. Er ist der Meinung, dass durch das Aufkommen des Webs 2.0 und dem Trend der ständigen Visualisierungen und Analysen, auch Kunst nun vorhergesagt werden soll. Mit diesem „Dadameter“ will Bruno jedoch verdeutlichen, dass Kunst sich immer mehr vom “Dadaismus” abwendet und immer mehr kontrolliert wird.
Quellen:
1)      Vorlesung 11.12.2010
5)      http://www.logohallucination.com/